Der Freundeskreis "Schloss St. Georgen"
Der Freundeskreis "Schloss St. Georgen" in Bayreuth will das markgräfliche Ordensschloss den Bürgern wieder zugänglich machen. Darüber hinaus fördert der Verein zahlreiche kulturelle und soziale Projekte, die dem barocken Stadtteil St. Georgen neue Impulse geben sollen.
Seit 1991 engagiert sich der gemeinnützige Verein für die Kultur im historischen Stadtteil St. Georgen. Vorsitzender der 190 Mitglieder ist der Arzt Dr. Alexander Wild, die Finanzierung erfolgt projektbezogen über private Spenden.
Der Freundeskreis interessiert sich vor allem für die ehemalige barocke Sommerresidenz der Bayreuther Markgrafen, Schloss St. Georgen, die seit über 100 Jahren als Gefängnis dient.
Durch die hohen mit Stacheldraht versehenen Mauern um die heutige Vollzugsanstalt wirkt das markgräfliche Sommerschloss wie ein Fremdkörper im historischen Ortszentrum.
Die prächtige Residenz mit ihren Gartenanlagen und dem See (Brandenburger Weiher) war einst Zentrum opulenter Feste der Markgrafen. Heute erinnern Straßennamen wie "Inselstraße" und "Matrosengasse" oder der Spielplatz "Schanz" an die verschwundene Pracht.
Der alte Glanz soll für Bürger und Besucher neu erstrahlen und dem heutigen Problemviertel St. Georgen frische Impulse geben.
Diese Ziele können langfristig nur erreicht werden, wenn die Justiz aus dem historischen Schlossareal auszieht, meint der Freundeskreis. "Der Umzug kann sich", so Dr. Wild, "allerdings noch lange hinziehen, weil die Zahl der Gefangenen durch die Grenzöffnung nach Osten stark gestiegen ist".
Weitere Pläne sind hinzugekommen, mittlerweile nehmen Alexander Wild und seine Mitstreiter auch denkmalpflegerische Aufgaben in St. Georgen wahr. Außerdem erarbeiten sie am runden Tisch des Bürgerbüros mit befreundeten Vereinen und privaten Initiatoren gemeinsam Ideen, um das Viertel zu sanieren und die soziale Struktur in St. Georgen zu verbessern. Viele Visionen konnten inzwischen umgesetzt werden, einige Straßenzüge sind mittlerweile saniert, neue Cafés eröffnet und kulturelle Einrichtungen für Jugendliche geschaffen worden.
Zusätzlich fördert der Freundeskreis wissenschaftliche Studien zu St. Georgen und Dissertationen zur Bayreuther Residenzkultur. Letztgenannte werden im eigenen Verlag des stellvertretenden Vorsitzenden, Dr. Christoph Rabenstein (MdL), veröffentlicht.
